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Because it's simple.

Fotografie Architektur Kunst Gesellschaft

Sebastian Jakl 28. Februar 2015

Architekturfotografie aus der Ich-Perspektive. Ein Smartphone mit Kamera und Instagram reichen aus: das Resultat ist ein quadratisches Bild von fliehenden Linien, Formen, Flächen, Raum und Negativraum. Das Farbspektrum ist verändert, reduziert oder ganz auf Schwarz-Weiß getrimmt. Getagged wird üblicherweise mit #lookingup und #architecture.

Jeder kann Fotos machen, und Chuck Close behauptet sogar, dass die Fotografie „das einzige Medium ist, bei dem man die Chance hat, zufällig ein Meisterwerk zu schaffen“. „looking-up“-Architekturfotografie à la Instagram ist bereits so populär und weit verbreitet, dass man dies bestenfalls für sich selbst (und seine Follower) erreichen kann. Denn obwohl unter den Bildern auch viele gelungene Motive mit ihrer typischen, grafisch-reduzierten Anmutung zu finden sind, fehlt für die Kategorisierung als Kunst der dafür spezifische Kontext. Damit ähnelt das Phänomen eher einer gigantischen multisubjektiven Enzyklopädie, die – in diesem Fall – das kustvolle Bauwerk mal mehr und mal weniger interessant in ihren Fokus rückt.

Und doch geht es nicht um eine Kartografie des Wissens, oder gar um eine ideologisch motivierte Deutungshoheit über die Sicht auf die Dinge. Angespornt durch die Solcial-Media-Prinzipien des „likens“/„geliked werdens“, des Kommentierens und des Vernetzt-Seins und mit der Verfügbarkeit denkbar einfach zu handhabenden Technologien unserer Kamera-ausgestatteten Smartphones und Software, die selbst Bildmängel mit einer Fingerberührung übertüncht, ist das Kreieren solcher Inhalte verführerisch einfach und dankbar.

Das heißt noch lange nicht, dass alles banal und minderwertig ist. Ganz im Gegenteil: es gibt Individualisten mit einem „guten Auge“, die es formidabel verstehen, spielerisch aus dem Medium ein Optimum herauszuholen und eine spannende Ästhetik fernab des Mainstreams zu erschaffen.

Es gibt weiters keinen Grund, etwas nicht zu machen, nur weil es schon Etliche vorher gemacht haben – oder weil es „einfach“ ist. Es ist dann die persönliche Auseinandersetzung mit einem Thema, an der man wächst und möglichweise seine Blicke für Neues schärft.

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