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Architektur ist mehr, als das Errichten von Häusern.

Fotografie Architektur Gesellschaft Philosophie

Sebastian Jakl 14. Juli 2015

Wien war einst mit über zwei Millionen Einwohnern die fünftgrößte Stadt der Welt – das war um die Jahrhundertwende, vor den beiden fatalen Weltkriegen.

Heute leben in Wien etwa 1,8 Millionen Einwohner, Hamburg ist damit erst seit kurzem als zweitgrößte deutschsprachige Stadt abgelöst. Da Wien seit einigen Jahren als eine der lebenswertesten Städte dieser Welt gilt (manche sehen das natürlich anders), stehen die Prognosen auf Wachstum: die einstige Rekord-Marke soll bereits Anfang der 2030er Jahre geknackt werden.

„… und gleichzeitig ist es auch eine Kleinstadt … Wien ist eigentlich keine Metropole, es ist keine Großstadt – es ist eine GROSSE STADT. Und diese merkwürdige Mischung hab ich so gern.“

Lotte Tobisch-Labotyn über ihre Heimatstadt.*

Wien wächst. 

Eines der derzeit größten Stadtentwicklungsprojekte Europas befindet sich daher nicht zufällig am Rande der Donaumetropole: Die Aspern Seestadt.Nun ist es nicht einfach so: bauen wir mal ein paar Straßen und Häuser, Büros, Bildungseinrichtungen und Freizeitstätten. Architektur ist viel mehr als asphalt- und steingewordene Raumplanung.

Architektur ist ein wesentlicher Teil der lebendigen Entwicklung menschlichen Bestrebens. Sie ist eine Disziplin, die die komplexen Sphären des privaten sowie des öffentlichen Lebens, der Politik, der Ökonomie und der Kultur verbindet und in Verhältnisse setzt. Sie muss sensibel und verantwortungsbewusst gegenüber laufenden sozialen Prozessen sein, damit sie die Hoffnungen der Gesellschaft verinnerlichen, manifestieren und dokumentieren kann, anstatt sie zu bezwingen.

Ein Experiment.

Nun blicken wir auf Bauabschnitt 1 der Aspern Seestadt – und fragen uns: wie wird es ausgehen? Wie sensibel kann moderne Stadtplanung in einer kapitalistischen Weltordnung sein und dennoch den Ansprüchen abseits von Rentabilität und der reinen Bereitstellung dringend benötigter Infrastruktur gerecht werden? Ich persönlich glaube an gute Absichten und Fähigkeiten der an der Planung beteiligten Personen. Gleichzeitig offenbart sich mir vor Ort eine bis dato relativ dichte und konservative Bausubstanz, die sich selbstverständlich – und buchstäblich – noch auswachsen kann. So war eine jede Planstadt, von Ludwigsburg und Wiener Neustadt über Brasilia und Washington DC bis zur Hafenstadt Hamburg und den neuen Mega-Citys in Asien, auch immer ein Experiment. Im Städtebau ist die Reaktionszeit lang: Hoffen wir auf ein Gelingen, wenn auf dem Meldeamt der zweimillionste Bewohner gezählt wurde. 

*) in: „Die Wiener Ringstraße – Trilogie eines Boulevards“ – eine dreiteilige Dokumentation von ORF, Stadt Wien und Wientourismus.

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Aspern Seestadt, Vienna

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Architecture is more than building houses

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Reflections in the lake.

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Adding color …

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(Is this the Curry House?)

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adding light …

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adding white space …

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adding individuality …

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… for a delicate mass product.

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Accessibility is a huge matter.

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The art of being private.

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Architecture is more than building houses.

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